Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs
Treten Krebserkrankungen bei mehreren Familienmitgliedern auf, sind damit häufig Angst und Unsicherheit verbunden. Kann es auch mich betreffen? An wen kann ich mich zur Beratung wenden? Gibt es Möglichkeiten der Vorsorge? Oftmals können diese Fragen nicht beantwortet werden. Bei Brustkrebs kann das anders sein.
Mit geschätzten 59 510 Neuerkrankungen im Jahre 2010 (
www.rki.de) ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Die Neuerkrankungsrate für den Krebs der Eierstöcke ist geringer (geschätzt auf 9960 für das Jahr 2010), diese Erkrankung ist jedoch sehr heimtückisch, da sie oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird.
Meistens treten Krebserkrankungen völlig unerwartet auf und noch niemals war jemand in der Familie davon betroffen. Allerdings entstehen ca. 5-10% der Brustkrebserkrankungen auf Grundlage einer Vererbung. Bisher waren die Brustkrebsgene BRCA1 und 2 (abgeleitet aus dem Englischen von BReast CAncer) als Ursache bekannt. Frauen und Männer, die eine Veränderung (Mutation) an diesen Genen haben, besitzen ein höheres Risiko, an Brustkrebs bzw. Eierstockkrebs zu erkranken. Seit Mai 2010 ist ein drittes Gen (RAD51C) bekannt, bei dessen Nachweis ein hohes Risiko für eine Erkrankung im Verlauf des Lebens besteht. Eine Häufung von Krebserkrankungen an Brust und Eierstöcken, insbesondere bei jungen Frauen, kann ein Hinweis für eine solches vererbbares Risiko sein.
In unserem Zentrum bieten wir Frauen und Männern, in deren Familien eine Häufung von Brust- und Eierstockkrebs besteht, eine professionelle und interdisziplinäre Beratung zu Fragen der Vererbung, der Analyse der Risikogene und Möglichkeiten der intensivierten Früherkennung an. Diese Beratung ist kostenfrei, ebenso wie die Analyse der Gene und die spezielle Früherkennung, wenn Sie als Ratsuchende oder Betroffene zu der Gruppe der Hochrisikopatientinnen gehören.
Ablauf der Beratung
Bei Interesse melden Sie sich bitte im
Sekretariat des Institutes für
Humangenetik. Unsere Studienassistentin berät Sie bezüglich der
notwendigen Unterlagen. Eine Dokumentation hinsichtlich des
Familienstammbaumes geht Ihnen nachfolgend postalisch zu. Danach werden
mit Ihnen die Termine für die Erstberatungsgespräche (humangenetische,
psychologische und gynäkologische Beratung) vereinbart. Diese finden
mittwochs und donnerstags statt. Für Ratsuchende mit weitem Anfahrtsweg
versuchen wir, alle Beratungen über einen Tag verteilt anzubieten.
Nach den erfolgten Beratungsgesprächen haben Sie 4 Wochen Bedenkzeit, sich für eine Gendiagnostik zu entscheiden. Die molekulargenetische Diagnostik dauert dann ca. 4-6 Monate. Nach Vorliegen des Ergebnisses werden Sie zur Befundmitteilung nochmals eingeladen. Hier werden der Befund und das weitere empfohlene Vorgehen mit Ihnen besprochen.
Ich möchte Sie einladen, sich auf den folgenden Seite über dieses Projekt zu informieren und stehe Ihnen gern bei Fragen zur Verfügung.
Dr. Susanne Briest
Sprecherin des Zentrums in Leipzig
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